Gore-Tex
Was ist Gore-Tex?
Gore-Tex ist keine eigenständige Textilfaser, sondern eine hochentwickelte Funktionsmembran. Sie basiert auf expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE) und wird zwischen mehrere Stofflagen laminiert. Entwickelt wurde sie von W. L. Gore & Associates.
Viele fragen sich: Ist Gore-Tex ein Stoff?
Nein. Gore-Tex ist eine Membran, die immer Teil eines sogenannten Laminats ist. Erst durch die Kombination aus Außenstoff, Membran und Innenlage entsteht ein funktionelles Textil.
Die Membran enthält Milliarden mikroskopisch kleiner Poren pro Quadratzentimeter. Diese Poren sind etwa 20.000-mal kleiner als ein Wassertropfen, aber deutlich größer als ein Wasserdampfmolekül. Dadurch kann Schweiß in Dampfform nach außen entweichen, während Regen, Schnee oder Wind zuverlässig abgehalten werden.
Das Funktionsprinzip lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:
Wasserdicht von außen, atmungsaktiv von innen.
Gore-Tex wird nicht aufgenäht, sondern laminiert. Je nach Einsatzbereich kommen unterschiedliche Laminataufbauten zum Einsatz, etwa 2-Lagen-, 2,5-Lagen- oder 3-Lagen-Konstruktionen, die sich in Gewicht, Robustheit und Tragekomfort unterscheiden.
Eigenschaften von Gore-Tex
Gore-Tex-Laminate sind für ihren zuverlässigen Wetterschutz bekannt. Sie bieten eine dauerhafte Wasserdichtigkeit, vollständige Winddichtigkeit und gleichzeitig eine hohe Atmungsaktivität. Diese Kombination ist technisch anspruchsvoll und unterscheidet Gore-Tex von einfachen beschichteten Stoffen.
Entscheidend ist jedoch: Die Membran allein macht noch keine gute Jacke.
Die tatsächliche Performance hängt stark von der Verarbeitung ab – insbesondere von:
– der Qualität der Nahtabdichtung
– dem verwendeten Oberstoff
– der Pflege und Imprägnierung
Eine zentrale Rolle spielt die sogenannte DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) auf der Außenseite. Sie sorgt dafür, dass Wasser abperlt, statt den Oberstoff zu durchnässen. Ist diese Imprägnierung erschöpft, wirkt das Material zwar noch wasserdicht, verliert aber deutlich an Atmungsaktivität.
Gore-Tex selbst ist relativ leicht und flexibel. Je nach Laminataufbau kann das Material jedoch von sehr dünn und packbar bis extrem robust für alpinen Einsatz reichen.
– Dauerhaft wasserdicht
– Vollständig winddicht
– Atmungsaktiv
– Leicht und flexibel (je nach Aufbau)
– Pflegeabhängig (Imprägnierung erforderlich)
Verwendung von Gore-Tex
Gore-Tex wird überall dort eingesetzt, wo zuverlässiger Schutz vor Wind und Wetter entscheidend ist. Besonders im Outdoor- und Sportbereich gilt es als Referenzmaterial für Wetterschutzbekleidung.
Ein klassisches Einsatzgebiet sind Regenjacken und sogenannte Hardshells. Sie schützen bei starkem Niederschlag, Wind und niedrigen Temperaturen.
Auch in der Wander-, Ski- und Alpinbekleidung ist Gore-Tex weit verbreitet, da es auch bei hoher körperlicher Aktivität ein vergleichsweise gutes Feuchtigkeitsmanagement ermöglicht.
Darüber hinaus wird Gore-Tex in Motorradbekleidung eingesetzt, wo Winddichtigkeit und Regenschutz sicherheitsrelevant sind. Im Schuhbereich sorgt die Membran für trockene Füße bei gleichzeitigem Feuchtigkeitsaustausch.
– Regenjacken und Hardshells
– Wander- und Skibekleidung
– Motorradbekleidung
– Outdoor-Schuhe
– Handschuhe und funktionelle Accessoires
Gore-Tex richtig pflegen – Waschen, Imprägnieren und Trocknen
Eine der häufigsten Suchanfragen lautet: „Gore-Tex waschen – darf man das?“
Ja, regelmäßiges Waschen ist sogar wichtig, um die Atmungsaktivität zu erhalten.
Schweiß, Hautfette und Schmutz können die Poren der Membran blockieren. Deshalb sollte Gore-Tex-Bekleidung regelmäßig gereinigt werden – idealerweise mit einem flüssigen Funktionswaschmittel ohne Weichspüler.
Nach dem Waschen muss die DWR-Imprägnierung reaktiviert oder erneuert werden. Dies geschieht entweder durch moderate Wärme im Trockner oder durch zusätzliche Imprägniersprays bzw. Waschimprägnierungen.
Weichspüler und aggressive Waschmittel sind zu vermeiden, da sie die Membran und die Imprägnierung schädigen können.
Pflegeübersicht
| Waschen | Schonwaschgang, Funktionswaschmittel |
|---|---|
| Trocknen | Niedrige bis mittlere Temperatur zur Reaktivierung |
| Bügeln | Niedrige Temperatur, falls erlaubt |
| Dampf | Nicht notwendig |
| Professionelle Reinigung | Möglich, wenn funktionsgeeignet |